Die ersten Wochen mit Welpe: Checkliste & Tipps

Es ist so weit – dein Welpe zieht ein! Die Vorfreude ist riesig, und gleichzeitig schwirren tausend Fragen in deinem Kopf: Habe ich alles? Was mache ich am ersten Tag? Wie überleben wir die erste Nacht? Keine Sorge – mit der richtigen Vorbereitung wird der Start wunderbar.

Welpen spielen mit Trainerin

Die ersten Wochen prägen eure gesamte gemeinsame Zukunft. Was dein Welpe jetzt erlebt, lernt und fühlt, beeinflusst sein Verhalten für den Rest seines Lebens. Deshalb haben wir dir alles zusammengestellt, was du wissen musst – von der Erstausstattung über den Einzugstag bis hin zur Tagesstruktur und den häufigsten Anfängerfehlern.

Checkliste Erstausstattung – was dein Welpe wirklich braucht

Es ist verlockend, im Zoohandel alles zu kaufen, was süß aussieht. Aber dein Welpe braucht am Anfang gar nicht so viel. Hier die wirklich wichtigen Dinge:

Unverzichtbar (vor dem Einzug besorgen):

  • Hundebett oder Decke: Ein weicher, waschbarer Schlafplatz. Muss nicht teuer sein – Welpen wachsen schnell und kauen gerne auf ihrem Bett herum.
  • Futter- und Wassernapf: Stabil, rutschfest, leicht zu reinigen. Edelstahl oder Keramik sind ideal.
  • Welpenfutter: Frag den Züchter, welches Futter dein Welpe bisher bekommen hat, und besorge das gleiche. Futterumstellungen sollten langsam und erst nach ein paar Wochen erfolgen.
  • Geschirr oder weiches Halsband: Für Welpen empfehlen wir ein gut sitzendes Geschirr, das den Hals nicht belastet. Welpengrößen wachsen schnell mit.
  • Leine: Eine leichte, 2 bis 3 Meter lange Leine für die ersten Spaziergänge. Keine Rollleine – die ist für Welpen ungeeignet.
  • Transportbox: Für die sichere Autofahrt und später als Rückzugsort. Die Box sollte groß genug sein, dass dein Welpe sich hinlegen und drehen kann.
  • Kauspielzeug: 2 bis 3 verschiedene Kauspielzeuge, z.B. der KONG Puppy (Anzeige), geflochtene Seile oder spezielle Welpen-Kauknochen.
  • Leckerlis: Weiche, kleine Leckerlis für das erste Training. Je kleiner, desto besser – dein Welpe soll sie schnell schlucken können.
  • Kotbeutel: Ja, auch Welpen machen Haufen. Und gute Nachbarn räumen auf.
  • Enzymreiniger: Für die unvermeidlichen Missgeschicke bei der Stubenreinheit.

Sinnvoll, aber nicht zwingend am ersten Tag:

  • Laufstall oder Baby-Gitter (zur Raumabgrenzung)
  • Schnupperteppich oder Lickimat (zur Beschäftigung)
  • Welpen-Shampoo (für den ersten Bad-Notfall)
  • Zeckenzange
Tipp: Frag den Züchter nach einem Tuch oder Spielzeug, das nach der Mutter und den Geschwistern riecht. Dieser vertraute Geruch hilft deinem Welpen enorm beim Einleben – besonders in den ersten Nächten.

Der Einzugstag – so läuft er optimal ab

Der Tag, an dem dein Welpe bei dir einzieht, ist aufregend – für dich und noch viel mehr für deinen Welpen. Er verlässt seine Mutter, seine Geschwister und alles, was er kennt. Er fährt an einen völlig fremden Ort mit fremden Menschen und fremden Gerüchen. Das ist eine riesige Umstellung.

Morgens beim Züchter: Hol deinen Welpen am besten vormittags ab, damit er den ganzen Tag hat, um sich einzuleben. Nimm dir die Transportbox und eine alte Decke mit. Bitte den Züchter um den Impfpass, das vertraute Futter und idealerweise ein Tuch mit Muttergeruch.

Die Autofahrt: Dein Welpe fährt wahrscheinlich zum ersten Mal Auto. Es kann sein, dass ihm übel wird. Leg eine Decke in die Transportbox und fahr ruhig. Idealerweise sitzt eine zweite Person neben der Box und redet beruhigend mit dem Welpen. Mach bei längeren Fahrten eine Pause, in der dein Welpe sich lösen kann.

Ankunft zu Hause: Trag deinen Welpen zuerst in den Garten oder an den geplanten Löseort. Warte, bis er sich erleichtert hat, und belohne ihn. Dann geht es rein. Lass ihn die Wohnung in Ruhe erkunden – ohne Hektik, ohne viele Menschen, ohne Überraschungen.

Der erste Tag: Halte den Tag ruhig. Kein Besuch, keine Straßenparty, keine neuen Abenteuer. Dein Welpe braucht Zeit, seinen neuen Lebensraum kennenzulernen. Zeig ihm seinen Schlafplatz, seinen Fressplatz und den Weg nach draußen. Mehr muss am ersten Tag nicht passieren.

Die erste Nacht – Überleben garantiert

Die erste Nacht ist für viele Welpenbesitzer die härteste. Dein Welpe ist zum ersten Mal in seinem Leben allein, ohne Mutter und Geschwister. Er wird wahrscheinlich winseln, vielleicht sogar jaulen. Das ist herzzerreißend – aber es ist auch völlig normal.

Unser klarer Rat: Lass deinen Welpen in den ersten Nächten in deiner Nähe schlafen. Das ist kein Verwöhnen, sondern Bedürfniserfüllung. Dein Welpe wurde gerade von seiner Familie getrennt – er braucht jetzt Sicherheit. Ein Körbchen oder eine Box neben deinem Bett ist ideal.

Warum neben dem Bett? Dein Welpe hört deine Atemgeräusche, riecht dich und weiß: „Ich bin nicht allein.“ Das reduziert seinen Stress massiv. Außerdem merkst du sofort, wenn er unruhig wird und raus muss – wichtig für die Stubenreinheit.

Wenn dein Welpe winselt: Leg eine Hand an die Box, damit er deine Nähe spürt. Rede nicht viel, sondern sei einfach da. Die meisten Welpen beruhigen sich innerhalb von 10 bis 20 Minuten und schlafen ein. In den folgenden Nächten wird es schnell besser.

Wichtig: Lass deinen Welpen in den ersten Nächten nicht alleine in einem anderen Raum schreien. Das „Durchschreien lassen“ kann zu Trennungsangst führen und beschädigt das frische Vertrauen, das dein Welpe gerade zu dir aufbaut. Später, wenn er sich eingewöhnt hat, kannst du den Schlafplatz schrittweise an seinen endgültigen Ort verlegen.

Der erste Tierarzt-Besuch

Innerhalb der ersten Woche nach dem Einzug solltest du einen Termin beim Tierarzt machen. Dieser Erstbesuch ist wichtig, auch wenn dein Welpe gesund aussieht.

Was der Tierarzt macht:

  • Allgemeine Gesundheitsuntersuchung (Herz, Lunge, Bauch, Zähne, Augen, Ohren)
  • Kontrolle des Impfstatus – bring den Impfpass vom Züchter mit
  • Besprechung des Entwurmungsplans
  • Besprechung von Parasitenschutz (Zecken, Flöhe)
  • Chipkontrolle (dein Welpe sollte bereits gechipt sein)
  • Fragen beantworten, die du als Neubesitzer hast

Mach den Tierarzt-Besuch positiv! Der erste Tierarzt-Besuch prägt, wie dein Hund künftig auf Tierarztpraxen reagiert. Nimm leckere Leckerlis mit. Lass deinen Welpen die Praxis in Ruhe beschnuppern. Bitte das Praxisteam, ein paar Leckerlis zu geben. Wenn möglich, mach vorher einen „Besuch ohne Behandlung“ – nur Reinschnuppern, Leckerlis kassieren, wieder raus. So verknüpft dein Welpe den Tierarzt mit etwas Positivem.

Tagesstruktur – Routine gibt Sicherheit

Welpen lieben Routine. Eine klare Tagesstruktur hilft deinem Welpen, sich sicher zu fühlen, unterstützt die Stubenreinheit und sorgt dafür, dass er genug Schlaf bekommt.

Ein typischer Tag mit einem 9 bis 10 Wochen alten Welpen sieht ungefähr so aus:

  • 7:00 Uhr: Aufstehen und sofort rausgehen. Dann füttern, 15 Minuten spielen oder erkunden, anschließend Ruhephase.
  • 9:30 Uhr: Rausgehen, kurze Trainingseinheit (3 Minuten Namenstraining oder Sitz), Kauknochen, Ruhephase.
  • 12:00 Uhr: Rausgehen, füttern, kurzer Spaziergang (5 bis 10 Minuten), Ruhephase.
  • 14:30 Uhr: Rausgehen, Sozialisierungs-Ausflug oder Spielzeit, Ruhephase.
  • 17:00 Uhr: Rausgehen, füttern, ruhige Familienzeit.
  • 19:30 Uhr: Rausgehen, Kuschelzeit, Entspannung.
  • 22:00 Uhr: Letztes Rausgehen, Schlafenszeit.

Beachte den Rhythmus: Aktivität – Ruhe – Aktivität – Ruhe. Dein Welpe braucht zwischen jeder Aktivphase eine ausgedehnte Ruhepause. Welpen schlafen 16 bis 20 Stunden am Tag – deutlich mehr als die meisten Menschen denken. Wenn dein Welpe nicht von alleine zur Ruhe kommt, hilf ihm: Bring ihn an seinen Schlafplatz, gib ihm einen Kauknochen und lass ihn in Ruhe.

Experten-Tipp: Die Fünf-Minuten-Regel für Spaziergänge: Pro Lebensmonat etwa 5 Minuten Spaziergang am Stück. Ein 3 Monate alter Welpe läuft also etwa 15 Minuten. Das schützt die noch wachsenden Gelenke und Knochen. Qualität (Schnüffeln, Erkunden) ist wichtiger als Quantität (Kilometer).

Hausregeln festlegen – von Anfang an

Bevor dein Welpe einzieht, sollte die ganze Familie gemeinsam Regeln festlegen. Was darf der Hund, was nicht? Konsequenz von Anfang an erspart dir später viel Arbeit.

Fragen, die ihr als Familie klären solltet:

  • Darf der Hund auf die Couch? Aufs Bett?
  • In welche Räume darf er? Welche sind tabu?
  • Wer füttert wann?
  • Welche Kommandos verwenden wir? (Alle das gleiche Wort für das gleiche Kommando!)
  • Wie reagieren wir auf Betteln am Tisch?
  • Dürfen Kinder mit dem Welpen allein sein?

Schreib die Regeln auf und häng sie gut sichtbar auf. So vergisst niemand, und alle ziehen an einem Strang. Dein Welpe lernt Regeln am schnellsten, wenn sie von Anfang an gelten und alle Familienmitglieder sie konsequent einhalten.

Ein wichtiger Grundsatz: Was heute erlaubt ist, muss auch morgen erlaubt sein. Und was heute verboten ist, muss auch morgen verboten sein. Inkonsequenz verwirrt deinen Welpen und verlangsamt das Lernen enorm.

Die häufigsten Fehler in der ersten Woche

Die erste Woche ist aufregend – und voller potenzieller Fallstricke. Hier die typischsten Fehler und wie du sie vermeidest:

Fehler 1: Zu viel Besuch. Alle wollen den neuen Welpen sehen – verständlich! Aber für deinen Welpen bedeutet jeder neue Mensch Aufregung und Stress. Beschränke den Besuch in der ersten Woche auf ein Minimum. Die Familie und enge Freunde reichen. Alle anderen können nächste Woche kommen.

Fehler 2: Sofort alles trainieren wollen. Du hast dich informiert, bist motiviert und möchtest sofort mit Sitz, Platz, Bleib und Rückruf anfangen. Bremse dich! In der ersten Woche geht es nur um Ankommen, Vertrauen und die Stubenreinheits-Routine. Alles andere hat Zeit.

Fehler 3: Zu wenig Schlaf erzwingen. „Der Welpe soll sich doch einleben!“ – aber ein übermüdeter Welpe ist ein problematischer Welpe. Er beißt mehr, ist hibbelig und lernt schlechter. Sorge dafür, dass dein Welpe genügend Ruhepausen hat – auch wenn er nicht freiwillig schläft.

Fehler 4: Futter sofort umstellen. Dein Welpe hat gerade seine gesamte Welt verloren. Sein Magen braucht jetzt keine zusätzliche Umstellung. Füttere die ersten 2 Wochen das gleiche Futter wie der Züchter. Danach kannst du langsam umstellen – über 7 bis 10 Tage das neue Futter schrittweise untermischen.

Fehler 5: Übermäßige Freiheit. Ein Welpe, der unbeaufsichtigt durch die ganze Wohnung läuft, findet garantiert Schuhe zum Kauen, Kabel zum Anknabbern und Teppiche für Pfützen. Grenze den Bereich ein – mit Laufstall, Baby-Gittern oder geschlossenen Türen. Mehr Freiheit kommt mit mehr Zuverlässigkeit.

Fehler 6: Hunde-Park am ersten Tag. Der Hundepark ist kein guter Ort für einen frisch eingezogenen Welpen. Er braucht erst eine Bindung zu dir und ein Gefühl von Sicherheit, bevor er auf fremde Hunde trifft. Außerdem ist der Impfschutz meist noch nicht vollständig.

Tipp: Die erste Woche ist wie ein Marathon – passe dich an und nimm dir wenn möglich Urlaub. Nicht, um rund um die Uhr beim Welpen zu sein, sondern um die Stubenreinheits-Routine konsequent durchziehen zu können und deinem Welpen einen sanften Start zu ermöglichen.

Woche zwei und drei – die Routine festigt sich

Ab der zweiten Woche beginnt der Alltag sich einzupendeln. Dein Welpe kennt seinen Schlafplatz, seinen Fressplatz und den Weg nach draußen. Jetzt kannst du schrittweise mehr Training einbauen:

Namenstraining intensivieren: Dein Welpe sollte zuverlässig auf seinen Namen reagieren. Übe in verschiedenen Situationen und Umgebungen.

Erste Kommandos starten: Sitz ist das einfachste und ein guter Anfang. Kurze Einheiten von 2 bis 3 Minuten, mehrmals am Tag. Mehr dazu in unserem Welpentraining-Guide.

Beißhemmung aktiv üben: Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, mit dem Training der Beißhemmung zu beginnen. Spielabbruch bei zu festem Beißen, Umlenken auf Spielzeug.

Sozialisierung starten: Neue Menschen, neue Geräusche, neue Untergründe – in kleinen Dosen und immer im Tempo deines Welpen. Mehr dazu in unserem Ratgeber zur Sozialisierung.

Alleine-Üben beginnen: In ganz kleinen Schritten: 30 Sekunden im Nebenraum, dann 1 Minute, dann 2 Minuten. Nicht überstürzen!

Die ersten Wochen mit einem Welpen sind intensiv, manchmal anstrengend und immer wunderschön. Genieße diese Zeit – sie geht schneller vorbei, als du denkst. Und mit der richtigen Vorbereitung und viel Liebe legst du jetzt den Grundstein für eine wunderbare Freundschaft, die viele Jahre dauern wird.

Unser Tipp: „Dein Welpe kommt ins Haus“

Dieser Kurs der Rheinischen Hundeschule bereitet dich optimal auf die ersten Wochen mit deinem Welpen vor – von der Erstausstattung über die erste Nacht bis zum Trainingsstart. Ideal für Erstbesitzer, die nichts dem Zufall überlassen wollen.

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Die wichtigste Erstausstattung umfasst: Hundebett oder Decke, Wasser- und Futternapf, hochwertiges Welpenfutter, Halsband oder Geschirr mit Leine, Transportbox für die Autofahrt, Kauspielzeuge, Kotbeutel, Enzymreiniger für Missgeschicke und ein paar weiche Leckerlis für das erste Training.

In den ersten Nächten schläft dein Welpe idealerweise in deiner Nähe, zum Beispiel in einer Box oder einem Körbchen neben deinem Bett. Er ist gerade von seiner Mutter und seinen Geschwistern getrennt worden und braucht deine Nähe für Sicherheit. Später kannst du den Schlafplatz schrittweise umstellen.

Innerhalb der ersten Woche nach dem Einzug solltest du einen Gesundheitscheck beim Tierarzt machen lassen. Dabei werden der allgemeine Gesundheitszustand geprüft, der Impfstatus kontrolliert und ein Entwurmungsplan besprochen. Bring den Impfpass vom Züchter mit.

Welpen brauchen 16 bis 20 Stunden Schlaf pro Tag. Das ist deutlich mehr, als die meisten Menschen erwarten. Ausreichend Schlaf ist entscheidend für die körperliche und geistige Entwicklung. Ein übermüdeter Welpe wird hibbeliger, nicht ruhiger, und zeigt oft verstärktes Beißverhalten.